Aus der Praxis
Lenkzeitverstöße: vom Import bis zur unterschriebenen Belehrung
Die Auswertung der Fahrerkarten liefert jeden Monat eine Liste mit Verstößen. Wie FR8 sie einliest, dem richtigen Fahrer zuordnet und daraus Belehrungen macht, die der Fahrer in der App oder über einen Link unterschreibt, und wie Subunternehmer als Firma belehrt werden.
19. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

Einmal im Monat kommt die Auswertung der Fahrerkarten. Darin stehen Lenkzeiten, die überschritten wurden, Ruhezeiten, die zu kurz waren, und Fahrtunterbrechungen, die fehlen. Die Verstöße sollen mit den Fahrern besprochen und die Belehrung nachweisbar abgelegt werden.
In der Praxis heißt das oft: Liste ausdrucken, Fahrer abpassen, wenn er mal am Hof ist, unterschreiben lassen, abheften. Bei Fahrern, die zwei Wochen am Stück unterwegs sind, und bei Subunternehmern, deren Fahrer nie in eurem Büro stehen, bleibt davon vieles liegen.
Die Datei aus der Auswertung einlesen
Unter driverControl → Verstoßmanagement → Importieren lest ihr die CSV- oder Textdatei aus eurer Auswertesoftware ein. Welche Spalte was bedeutet, steht in einer Import-Konfiguration. Für verbreitete Auswerteprogramme gibt es fertige Vorlagen, die ihr übernehmen und anpassen könnt.
Bevor etwas gespeichert wird, zeigt FR8 eine Vorschau:
- Duplikate sind markiert und werden nicht importiert, egal ob der Verstoß schon im System steht oder in derselben Datei zweimal vorkommt. Wer dieselbe Datei versehentlich noch einmal einliest, bekommt keine Dubletten.
- Fahrer sind über die Kartennummer schon zugeordnet, soweit FR8 die Karte kennt. Was übrig bleibt, wählt ihr direkt in der Zeile aus.
- Unbekannte Verstoßarten stehen in einem eigenen Kasten. Die Auswertung nennt eine Verstoßart oft nur mit einem technischen Schlüssel. Ihr ordnet ihn einmal eurer eigenen Verstoßart zu, etwa „Tägliche Lenkzeit überschritten", mit Schweregrad und Punkten. Fehlt die passende Verstoßart noch, legt ihr sie über das Plus direkt im Import an.

Am Verstoß wird der Name der Verstoßart zum Zeitpunkt des Imports festgehalten. Ändert ihr die Zuordnung später, ändert sich eine bereits unterschriebene Belehrung nicht nachträglich. Wer Bestandsverstöße bewusst neu einordnen will, hat dafür einen eigenen Knopf in den Einstellungen.
Die Fahrerkarte sagt, wer es war
Die Auswertung kennt die Kartennummer, nicht euren Fahrer. Die Brücke ist die Fahrerkarte: Steht sie als Ausweisdokument mit Kartennummer beim Fahrer, ordnet FR8 jeden Verstoß mit dieser Nummer automatisch zu. Wie ihr Fahrerkarten und andere Dokumente pflegt, steht im Beitrag Ausweisdokumente, die nicht still ablaufen.
Für Sonderfälle, etwa eine alte Karte ohne hinterlegtes Dokument, gibt es in der Fahrerakte zusätzlich manuelle Zuordnungen. Und wer im Import einen Fahrer von Hand auswählt, legt damit gleich die Zuordnung für die nächste Datei an.

Kommt eine neue Zuordnung dazu, sucht FR8 rückwirkend alle bisher nicht zugeordneten Verstöße mit dieser Kartennummer und ordnet sie dem Fahrer zu. Wie viele es waren, steht in der Meldung.
Alles auf einer Liste
Im Verstoßmanagement stehen alle Verstöße mit Datum, Fahrer, Kartennummer, Firma, Verstoßart und Schweregrad. Gefiltert wird nach Belehrungsstatus (ausstehend, belehrt, Firma belehrt), nach Schweregrad, nach zugeordnet oder nicht zugeordnet und nach Zeitraum. Wer mehrere Verstöße markiert, erstellt daraus mit einem Klick eine Belehrung oder eine Firmenbelehrung.

Ein Punktekonto, wenn ihr wollt
Auf Wunsch führt FR8 für jeden Fahrer ein internes Punktekonto. Jeder Fahrer startet mit einem Guthaben, jeder Verstoß zieht Punkte ab, und nach einer Frist je Schweregrad zählt der Verstoß nicht mehr. Startguthaben, Abzüge und Fristen legt ihr selbst fest. Der Stand steht als farbiger Balken in der Fahrerakte.

Das Punktekonto ist ausgeschaltet, bis ihr es einschaltet. Es ist ein Werkzeug für euch: Den Punktestand sieht der Fahrer nicht. In seiner Belehrung stehen aber die Punkte je Verstoß.
Belehren, ohne dass der Fahrer ins Büro muss
Für die Belehrung gibt es vier Wege:
| Weg | So läuft es |
|---|---|
| Persönlich | Gespräch führen, Vorlage drucken, als belehrt markieren |
| Schriftlich | Vorlage aushändigen, unterschriebenen Scan hochladen |
| Digital | Der Fahrer unterschreibt in der Fahrer-App oder über einen Link |
| Firma | Der Subunternehmer unterschreibt für seine Fahrer |
In der Fahrer-App erscheint eine digitale Belehrung von selbst unter „Belehrungen". Ein Link muss dafür nicht verschickt werden. Oben steht ein Erklärtext, den ihr selbst formuliert, mit dem Namen des Fahrers und in seiner Sprache. Ein deutscher Standardtext ist hinterlegt, die übrigen Sprachen füllt ein Knopf. Darunter sieht der Fahrer seine Verstöße und unterschreibt mit dem Finger. Auf Wunsch bekommt er eine Kopie an seine eigene E-Mail-Adresse. Sitzen zwei Fahrer auf einem Lkw, bekommt jeder eine eigene Belehrung, in der nur seine Verstöße stehen.
Per Link geht es ohne App. Die Unterschriftsseite trägt euer Logo, zeigt die Verstöße und den Belehrungstext und lässt sich auf Deutsch oder Englisch lesen. Unterschrieben wird mit Finger oder Maus. Der Link gilt 30 Tage und nur, bis unterschrieben ist. Erzeugt ihr einen neuen Link, ist der alte ungültig.
Mit der Unterschrift springen alle Verstöße der Belehrung auf „Belehrt". FR8 speichert die Unterschrift, den Namen und den Zeitpunkt und schreibt den Vorgang ins Protokoll.
Subunternehmer belehren über die Firma
Bei Fahrern eines Subunternehmers ist oft der Unternehmer der richtige Ansprechpartner. Dafür gibt es die Firmenbelehrung: eine Sammelbelehrung an die Fahrerfirma, mit Firmenname, Fahrer und allen markierten Verstößen. Unterschrieben wird über einen Link, zusätzlich zum Namen mit der Funktion, etwa Geschäftsführer oder Fuhrparkleiter. Danach stehen die Verstöße auf „Firma belehrt".

Welche Fahrerfirmen grundsätzlich über die Firma belehrt werden, stellt ihr in der Globalen Konfiguration ein: keine, eine Auswahl oder alle.
Was automatisch laufen kann
Zwei Wege nehmen euch die Routine ab. Beide sind aus, bis ihr sie einschaltet.
Automatische Firmenbelehrung. Einmal täglich sammelt FR8 alle offenen Verstöße, die älter als eure Frist sind, legt je Fahrerfirma eine Sammelbelehrung an und schickt sie per E-Mail mit dem Unterschriftslink. Empfänger ist der Kontakt, den ihr beim Unternehmer für Strafmandate hinterlegt habt, sonst die allgemeine Firmenadresse. Bleibt die Unterschrift aus, erinnert FR8 im eingestellten Abstand, bis zur Höchstzahl, die ihr festlegt.
Agent „Belehrungen automatisch anlegen". Ein Agent fasst nach Zeitplan alle offenen Verstöße zusammen und legt je Fahrer eine Belehrung an, mit allen seinen Verstößen, nicht eine je Verstoß. Die Belehrung erscheint von selbst in der Fahrer-App. Ihr könnt eingrenzen, welche Firmen und Fahrergruppen dazugehören und wie alt ein Verstoß mindestens sein muss, falls die Auswertung noch nachläuft. Hat ein Fahrer noch eine offene Belehrung, wird sie als fehlgeschlagen markiert und ihre Verstöße wandern in die neue, oder der Fahrer wird übersprungen, je nach Einstellung. Eine unterschriebene Belehrung fasst der Agent nie an. Was er getan oder warum er einen Fahrer übersprungen hat, steht im Protokoll des Agenten.
Unterm Strich
Die Auswertung der Fahrerkarten ist der Anfang, nicht das Ende. FR8 liest die Datei ein, findet über die Fahrerkarte den richtigen Fahrer und macht aus den Verstößen Belehrungen, die der Fahrer unterwegs in der App unterschreibt und der Subunternehmer über einen Link. Was an Rechtspflichten für euren Betrieb im Einzelnen gilt, klärt ihr wie bisher mit eurer Beratung. FR8 sorgt dafür, dass die Belehrung stattfindet und nachvollziehbar abgelegt ist.
Mehr zu driverControl auf der Seite driverControl.
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