FR8 erklärt
Was regelmäßig läuft, kann automatisch laufen
Dieselbe Linie, jeden Werktag, seit Jahren: Dafür muss niemand jeden Morgen einen Auftrag tippen. Wie in FR8 aus einer Vorlage, einer festen Tour und einer Wochenplanung der Auftrag, die Tour und am Ende die Meldung in der Fahrer-App werden, und was ihr dabei selbst einstellt.
30. Oktober 2026 · 9 Min. Lesezeit

Im ersten Teil ging es um Aufträge, die jeden Tag neu hereinkommen, und um die Disposition von Hand: Auftrag nehmen, Fahrzeug suchen, Tour bauen (Teil 1). Ein großer Teil der Arbeit sieht aber anders aus. Dieselbe Linie fährt jeden Werktag, seit Jahren, mit denselben Adressen, denselben Zeiten und meist demselben Lkw. Dafür muss niemand jeden Morgen einen Auftrag tippen.
In FR8 gibt es dafür eine Kette aus fünf Gliedern: Auftragsvorlage, zyklische Vorlage, feste Tour, Vorplanung und am Ende das Senden an die Fahrer-App. Jedes Glied lässt sich einzeln nutzen. Zusammen sorgen sie dafür, dass aus einem Wochenplan Aufträge, Touren und die Meldung beim Fahrer werden.
Die Auftragsvorlage: alles, was immer gleich ist
Eine Auftragsvorlage ist ein Auftrag ohne Datum. Sie enthält Auftraggeber, Stationen, Zeitfenster, Sendungen, Fracht und Preise. Statt „12.12.2026“ steht an jeder Be- und Entladung eine Datumsvariable: heute, morgen, übermorgen, übermorgen +1 oder ein Wochentag. Ein Wochentag meint immer das nächste Vorkommen, nie den heutigen Tag. Erst wenn aus der Vorlage ein echter Auftrag wird, rechnet FR8 daraus ein Datum.

Anlegen könnt ihr eine Vorlage von Grund auf, als Kopie einer anderen Vorlage oder direkt aus einem bestehenden Auftrag mit „Vorlage aus Auftrag erstellen“. Im letzten Fall werden die festen Termine zu Datumsvariablen, die Uhrzeiten bleiben. Eine Vorlage darf unvollständig sein und entsteht als Entwurf.
Aus der Vorlage entstehen Aufträge einzeln oder in Serie. Der Serien-Dialog legt bis zu 50 Aufträge auf einmal an, alle am selben Tag, an aufeinanderfolgenden Tagen (auf Wunsch ohne Wochenende) oder an einer eigenen Datumsliste. Vor dem Anlegen zeigt eine Vorschau für jeden Auftrag die tatsächlichen Belade- und Entladezeiten.

Ist in der Vorlage schon ein Lkw hinterlegt, legt FR8 die Tour gleich mit an.
Die zyklische Vorlage: der Wochenplan dazu
Der Serien-Dialog braucht noch einen Klick. Die zyklische Vorlage braucht keinen mehr. Sie enthält selbst keine Auftragsdaten, sondern nur: an welchen Wochentagen (Standard Montag bis Freitag), welche aktiven Auftragsvorlagen und wie viele Aufträge je Vorlage. Neue zyklische Vorlagen beginnen inaktiv, damit nichts losläuft, bevor ihr es wollt.

Die Termine der Aufträge ergeben sich aus den Datumsvariablen, gerechnet vom Ausführungstag aus. Läuft die Automatik montags und steht die Beladung auf „morgen“, entsteht jeden Montag der Auftrag für Dienstag. So stellt ihr den Vorlauf ein.
Der Takt kommt vom System-Agenten
Wann die zyklischen Vorlagen laufen, bestimmt ein Agent. Im Bereich Agenten liegt dafür der System-Agent „Zyklische Auftragsvorlagen“, voreingestellt auf Montag bis Freitag um 06:00 Uhr. Wie alle System-Agenten wird er inaktiv angelegt, ihr schaltet ihn selbst ein. Ändern lässt sich bei ihm nur der Zeitplan.

Zur Laufzeit geht der Agent alle aktiven zyklischen Vorlagen durch, deren Wochentag passt, und legt die eingestellten Aufträge an. Er sichert dabei doppelt gegen Dubletten ab: einmal je Vorlage und Tag, einmal je einzelnem Auftrag. Startet ein Lauf aus technischen Gründen zweimal, entstehen trotzdem keine zwei gleichen Aufträge. Jeder erzeugte Auftrag steht im Audit-Log, und die Liste der zyklischen Vorlagen zeigt den letzten Lauf als erfolgreich, teilweise oder fehlgeschlagen.
Die feste Tour: die Linie hinter dem Auftrag
Eine Auftragsvorlage kann auf eine feste Tour zeigen, also auf eine Linie mit Liniennummer, Stationen, Wochentagen, Fahrzeuganforderungen und Verantwortlichen. Die feste Tour fährt selbst nichts. Sie liefert dem Agenten drei Dinge, die eine Vorlage allein nicht kennt.
Den Preis. An der Linie hängen Preisvereinbarungen mit Gültigkeitszeitraum, Maut und Dieselfloater. Bei jedem Lauf rechnet der Agent den Preis frisch aus der gültigen Vereinbarung. Gibt es keine, gilt der Preis, der in der Vorlage steht.
Die Ausnahmen. Feiertage und Werksferien trägt man einmal an der Linie ein. Bei „Fällt aus“ entsteht an diesem Tourtag kein Auftrag. Bei einer Datums-Verschiebung entsteht er, aber mit den abweichenden Belade- und Entladedaten. Für mehrere Linien auf einmal gibt es in der Liste der festen Touren den Knopf „Abweichungen (mehrere Touren)“.

Die Vorplanung. Und damit das wichtigste Glied.
Die Vorplanung: welcher Lkw fährt welche Linie
Die Vorplanung im tripControl ist ein Wochenraster: Fahrzeuge untereinander, Montag bis Sonntag nebeneinander, darunter die festen Touren, die an diesem Tag noch kein Fahrzeug haben. Eine Linie zieht ihr per Drag & Drop auf ein Fahrzeug und einen Tag. Beim Ziehen leuchtet die ganze Fahrzeugzeile, die Zielzelle folgt dem Mauszeiger.

Damit niemand jede Woche von vorn anfängt, gibt es „Vorwoche übernehmen“, je Fahrzeug oder für alle. Der Dialog zeigt das erkannte Muster samt Route der Linien und listet geplante Begegnungen einzeln zum Übernehmen, Ändern oder Weglassen. Die „Auto-Fortführung“ erkennt ein Muster aus schon geplanten Tagen und setzt es für den Rest der Woche fort. Links unter dem Kennzeichen steht der Fahrer des jeweiligen Tages, auch ein im Fahrerplaner eingetragener Wechsel (Fahrerplaner).
Läuft nun der Agent, schaut er für jeden Auftrag einer Linie in die Vorplanung des Einsatztags. Steht dort ein Fahrzeug, legt er die Tour direkt darauf an. Fahrer und Anhänger nimmt er aus der Fahrzeugzuordnung am Einsatztag, nicht von heute. Fährt der Lkw am Montag mit einem anderen Fahrer als am Freitag, stimmt die Tour trotzdem. Der Vorplanungs-Eintrag gilt danach als erfüllt.
Was passiert, wenn der Plan nicht passt
Kein Fahrer auf dem Lkw. In den Pre-Planning-Einstellungen gibt es den Schalter „Zyklische Aufträge: nicht auf Fahrzeuge ohne Fahrer disponieren“, standardmäßig aus. Eingeschaltet legt der Agent bei einem Lkw ohne Fahrer am Einsatztag nur den Auftrag an, keine Tour. Der Auftrag steht unverplant in der Disposition, und für jedes Fahrzeug und jeden Tag öffnet sich ein Störfall-Ticket mit den betroffenen Aufträgen. Wer es bekommt, legt ihr dort fest (Störfälle).

Zu spät geplant. Der Agent schaut nur in dem Moment in die Vorplanung, in dem er den Auftrag anlegt, meist morgens für den nächsten Abfahrtstag. Plant jemand donnerstags am Nachmittag noch eine Linie für Freitag ein, ist der Auftrag schon da und wird nicht mehr automatisch disponiert. FR8 sagt das jetzt: mit einem Hinweis direkt nach dem Ablegen, der Markierung „Nicht mehr automatisch“ am Eintrag und dem Knopf „Nachdisponieren“ in der Werkzeugleiste. Der legt die Touren genau so an wie der reguläre Lauf, nur für heute und die nächsten Tage und nur dort, wo der Auftrag schon existiert und noch keine Tour hat. Doppelt angelegt wird nichts.
Umgeplant. Legt ihr eine Tour in der Disposition auf ein anderes Fahrzeug, nehmt sie herunter oder löscht sie, fragt FR8 nach den weiteren Touren und vorgeplanten Tagen des alten Fahrzeugs bis Sonntag. Gerechnet wird dabei ab dem Einsatztag der Tour, nicht ab dem Tag, an dem der Agent sie angelegt hat. Die Vorplanung zieht mit.
Der letzte Schritt: die Tour beim Fahrer
Die Tour, die der Agent anlegt, entsteht auf „In Disposition“ und steht wenige Minuten später von selbst auf „Geplant“. Ab da kann FR8 übernehmen, ohne dass jemand klickt.
Die Einstellung dafür heißt „Touren automatisch an den Fahrer senden“ und liegt in der Globalen Konfiguration unter tripControl, Abschnitt „Automatisch an Fahrer senden“. Standard ist aus. Eingeschaltet geht jede geplante Tour an die Fahrer-App, deren Zugmaschine eine aktive Fahrer-App hat. Die Tour steht danach auf „An Fahrer gesendet“, der Fahrer bekommt die Benachrichtigung „Neue Tour“, genau wie beim Senden von Hand. Charter-Touren und Touren ohne Fahrzeug bleiben unberührt.

Darunter stellt ihr ein, für wen und wann:
- Auf Dispogruppen eingrenzen: Nichts gewählt heißt alle Dispogruppen. Wählt ihr eine oder mehrere, gilt die Automatik nur für Fahrzeuge, die am Tourdatum zu einer davon gehören. So kann zum Beispiel die Linienverkehr-Gruppe automatisch senden, während die Gruppe mit dem Tagesgeschäft weiter von Hand sendet.
- Zeitfenster vor Tourstart: ohne Zeitbezug (sobald geplant), eine feste Zeit vor dem Start oder nach Kalendertagen, auch je Wochentag abweichend. Freitag 4 heißt zum Beispiel: Freitags gehen die Touren bis Montag raus.
- Verspätete Touren: Eine geplante Tour, deren Start schon vorbei ist, geht standardmäßig nur bis 24 Stunden danach noch automatisch raus („Verspätete Touren noch senden bis … Stunden nach dem Soll-Start“, 0 heißt nie). So landen beim Einschalten keine alten Planungen beim Fahrer.
- Zurückgenommene Touren: Wer eine gesendete Tour zurück auf „Geplant“ setzt, will sie meist gerade nicht beim Fahrer haben. Standardmäßig geht sie dann nicht wieder automatisch raus.
Geprüft wird sofort, wenn eine Tour „Geplant“ wird, und zusätzlich alle zehn Minuten, damit auch Touren rausgehen, die einfach durch Zeitablauf in ihr Fenster rücken. Wer lieber gesammelt sendet, nutzt im Control Tower „Touren an Fahrer senden“, ebenfalls mit Auswahl nach Dispogruppen.
Unterm Strich
Die ganze Kette sieht so aus: Die Vorlage weiß, was gefahren wird. Die zyklische Vorlage und ihr Agent wissen, wann. Die feste Tour kennt Preis und Ausnahmen. Die Vorplanung sagt, mit welchem Lkw, und der Agent nimmt den Fahrer, der an dem Tag wirklich drauf sitzt. Am Ende geht die Tour von selbst in die Fahrer-App, für alle oder nur für die Dispogruppen und das Zeitfenster, die ihr auswählt.
Wo ein Disponent vor dem Senden draufsehen soll, lasst ihr die Automatik für diese Dispogruppen aus. Für alle bleiben die Fälle, in denen der Plan nicht passt. Dafür sagt FR8 Bescheid, statt still einen Auftrag liegen zu lassen.
Mehr zur Disposition auf der Seite tripControl.
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